r Come ti muovi, sbagli
Gianni Di Gregorio, Italy, 2025o
A retired professor in his seventies enjoys a quiet, carefree life – until his daughter, amid a marital crisis, arrives with her two unruly children. As his peaceful routine unravels, he’s drawn into the chaos of family and unexpected emotions. Through this upheaval, he rediscovers the beauty and pain of love, and the deep human need to connect—despite the cost.
Seit Pranzo di Ferragosto variiert der römische Regisseur und Schauspieler Gianni Di Gregorio mit entwaffnender Beharrlichkeit ein und denselben Filmkosmos: Als Darsteller seiner selbst gibt der den altersmüden, konfliktscheuen Ureinwohner des beschaulichen Trastevere-Viertels in Rom, wo er mit seinen alten Kumpeln im Café um die Ecke Weisswein trinkt und von Müttern und anderen familiären Zumutungen aus seiner gemütlichen Lethargie gescheucht wird. Come ti muovi, sbagli (in der Schweiz als La mia famigli italiana lanciert) führt dieses autobiografische Quartierkino konsequent weiter – nur, dass diesmal gleich zwei Generationen in Di Gregorios sorgsam abgeschottetes Rentneridyll einbrechen: Die von ihrem deutschen Ehemann betrogene Tochter kehrt mit ihren zwei Kindern zurück und nistet sich ohne viel Fragens in der väterlichen Wohung ein, und auch der reumütige Schwiegersohn ist schon auf einem Büssermarsch Richtung Rom. Der Professore sieht nolen volens nochmals als Vater, Grossvater und Vermittler in der Pflicht und muss mehr denn je hinnehmen, dass man auch im Alter mit dem Leben nicht fertig ist.
Kerstin Blank
